Aktien Frankfurt: Zollsorgen haben den Dax weiter im Griff
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die am Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen haben den deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag deutlich belastet. Für den Dax
Der deutsche Leitindex sank um bis zu 1,8 Prozent auf 24.507 Punkte. In der Vorwoche hatte er 1.000 Punkte höher noch eine Bestmarke von 25.507 Punkten erreicht. Bis zum Nachmittag schmolzen der Rückschlag aber etwas ab und der Dax lag mit 24.632 Punkten noch 1,3 Prozent im Minus.
Der MDax
US-Präsident Donald Trump hatte den europäischen Anlegern am Wochenende die Laune verhagelt. Wegen des Grönland-Streits hatte er Strafzölle ab Februar angekündigt, die zum 1. Juni Zölle noch steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische Nato-Länder, darunter auch Deutschland.
Aufgrund des US-Feiertags zu Wochenbeginn hatten die Anleger dort noch keine Chance, auf die Zolldrohungen von Trump zu reagieren. Die aktuelle Indikation des Brokers IG deutet auf einen etwa 0,8 Prozent tieferen Start des marktbreiten S&P 500
Die Verschärfung der transatlantischen Spannungen und die neue Zollunsicherheit nagten an der europäischen Anlagestory, schrieb Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein Schatten über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne. Manthey strich daher ihre Präferenz für Aktien Kontinentaleuropas und schätzt sie im globalen Kontext nur noch neutral ein - erstmals seit mehr als einem Jahr, wie sie betonte. Mit Blick auf einzelne Branchen ist sie besonders skeptisch für Auto- und Chemiekonzerne. Hier hält sie eine Belebung der Gewinnentwicklung für besonders schwierig.
Optimistischer äußerte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley. Die neue Zolleskalation erschwere die Lage insgesamt zwar, allerdings seien die Belastungen höchst individuell, so die Anlageexpertin. Und letztlich werde Europa in seinem Kurs zu mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung bestärkt, was nicht nur Rüstungsinvestitionen, sondern auch der Reformagenda insgesamt Schub geben dürfte.
Zunächst besonders gelitten hatten am Montag europaweit Autowerte und Technologiewerte. Der Auto-Branchenindex war zeitweise auf den tiefsten Stand seit Oktober abgesackt. Am Dienstagnachmittag lag er dann aber an der Spitze des Branchentableaus. Mutige Anleger suchten vor allem bei BMW
Bei Siemens Energy
FMC
Traton weiteten ihr Korrektur nach Absatzzahlen deutlich aus. Im vierten Quartals habe es zwar den üblichen saisonalen Schub gegeben, schrieb Leon Mühlenbruch von MWB Research. Der Absatz sei aber unter dem Vorjahresniveau geblieben. Dies gelte auch für das Gesamtjahr. Das Geschäft in Europa sei gut gelaufen, es sei aber durch Druck aus den USA und Brasilien überschattet worden.
Hypoport
Derweil schafften Salzgitter