AKTIE IM FOKUS: Disney sacken ab - Zahlen und Ausblick überzeugen nicht
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien von Walt Disney
Disney litt im vergangenen Quartal unter hohen Werbeausgaben für Kinofilme. Dass der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie etwas besser ausfiel als von Experten erwartet, beeindruckte die Anleger ebenso wenig wie der gestiegene Umsatz. Auch der bestätigte Ausblick für ein besseres zweites Geschäftshalbjahr ließ den Markt kalt, zumal Disney auch vor weiter steigenden Kosten für die Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen warnte.
Bei Analysten stießen die Geschäftsaussagen des Traditionsunternehmens auf ein positiveres Echo. Disney sei mit guten Zahlen ins Geschäftsjahr 2025/26 gestartet, befand Markus Leistner von der DZ Bank. Im Streamingbereich habe die Profitabilität einen Höhepunkt erreicht, und Kinoerfolge wie "Zootopia 2" gäben Rückenwind. Die Freizeitparks und das florierende Kreuzfahrtgeschäft blieben außerdem ein Stabilitätsanker. Positiv wertet der DZ-Experte das sieben Milliarden Dollar schwere Aktienrückkaufprogramm sowie die Dividendenerhöhung.
Jason Bazinet von der US-Bank Citigroup sieht den Umsatz und das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) zum Geschäftsjahresstart über den Erwartungen. Die Besucherzahlen in den Themenparks des Konzerns dürften die Prognosen ebenfalls übertroffen haben. Das für 2025/26 angestrebte prozentual zweistellige EPS-Wachstum liege im Rahmen der vom Markt erwarteten zwölf Prozent. Bazinet rät ebenso wie Leistner weiter zum Kauf der Aktie. Die beiden Experten rufen für diese ein Kursziel beziehungsweise einen fairen Wert von 140 beziehungsweise 137 Dollar aus, womit sie deutlich über dem aktuellen Bewertungsniveau liegen.
Derweil zeichnet sich in der jahrelangen Suche von Disney nach einer geeigneten Nachfolge für den Noch-Konzernchef Bob Iger eine Entscheidung ab. So dürfte der Verwaltungsrat laut Kreisen schon bald Freizeitpark-Spartenchef Josh D'Amaro zum Konzernchef küren. Das Gremium könnte schon in den kommenden Tagen entsprechend abstimmen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Der seit 1998 bei Disney tätige Manager stehe allerdings intern im Wettbewerb mit Dana Walden, der Co-Vorsitzenden der Entertainmentsparte, betonte Leistner./gl/nas/he