Ölpreise steigen auf höchsten Stand seit Sommer - Iran-Atomstreit im Fokus
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag deutlich gestiegen. Bis zum Nachmittag bauten sie Gewinne aus dem frühen Handel kräftig aus und erreichten den höchsten Stand seit mehr als einem halben Jahr. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete zuletzt 72,84 US-Dollar. Das waren 2,09 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 2,35 Dollar auf 67,56 Dollar zu.
Am Ölmarkt wird eine mögliche Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Opec-Mitglied Iran am Wochenende befürchtet. Ein enormer Aufmarsch von amerikanischen Streitkräften im Nahen Osten verunsichert die Anleger.
Zuvor hatte der Iran zwar nach einer indirekten Verhandlungsrunde mit den USA weitere Gespräche für kommende Woche angekündigt. Beide Seiten lägen in wichtigen Fragen allerdings "noch weit auseinander", berichtete das "Wall Street Journal" nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde in Genf. Bei den Treffen geht es vor allem um das umstrittene iranische Atomprogramm.
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass die amerikanische Delegation den Verhandlungsort enttäuscht über die Fortschritte der Gespräche über das iranische Atomprogramm verlassen habe. Unterdessen haben die USA einen Teil des Botschaftspersonals aus Israel abgezogen. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, empfahl laut der "New York Times" all seinen Mitarbeitern, die Israel verlassen wollen, dies noch heute zu tun. Er habe am Vormittag eine entsprechende E-Mail verschickt.
Marktstrategen der US-Investmentfirma Karobaar Capital rechnen in den kommenden Handelstagen mit stärkeren Preisschwankungen am Ölmarkt. Ihrer Einschätzung nach ist sowohl eine Eskalation der Lage als auch eine diplomatische Lösung im Atomstreit möglich./jkr/jsl/he