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APA ots news: Allianz Studie zum Internationalen Frauentag: Gender-Einkommenslücke in Österreich schrumpft
München/Wien (APA-ots) - - Die lebenslange Einkommenslücke [1] ist von
31,4 % beim
Geburtenjahrgang 1975 auf 19,4 % beim Jahrgang 2025 gesunken.
- Der Vergleich der Jahrgänge 2000 und 2025 zeigt jedoch, dass sich
die Annäherung spürbar verlangsamt.
- International liegt Österreich damit auf Rang 11 von 14
untersuchten Ländern.
- Haupttreiber bleibt die hohe Teilzeitquote: 52 % der 25- bis 49-
jährigen Frauen arbeiten Teilzeit (Männern 11 %) - mit Folgen für
Vermögensaufbau und Pensionsansprüche.
Um diesen kumulativen Effekt zu messen, hat Allianz Research ein
integriertes Lebenszyklusmodell entwickelt, das Erwerbseinkommen,
Kapitaleinkommen und Pensionen zu einer einheitlichen Kennzahl des
Lebenseinkommens zusammenführt. Damit wird die Einkommensentwicklung
von Frauen und Männern der Geburtsjahrgänge 1975, 2000 und 2025 in
den wichtigsten OECD-Ländern nachgezeichnet.
Anlässlich des Internationalen Frauentags veröffentlicht Allianz
Research die Studie "Closing the Gender Income Gap: From Paycheck to
Pension". Analysiert werden 14 OECD-Länder sowie drei Generationen (
Geburtenjahrgänge 1975, 2000 und 2025). Zentrale Erkenntnis: Frauen
haben beim Lebenseinkommen in den vergangenen Jahrzehnten zwar
spürbar aufgeholt, dennoch bleibt ihr kumuliertes Einkommen über den
gesamten Lebenszyklus deutlich unter jenem der Männer. Setzen sich
aktuelle strukturelle Trends fort, dürfte sich die Annäherung künftig
merklich verlangsamen.
"Unsere Studie betrachtet das Lebenseinkommen ganzheitlich - von
Erwerbseinkommen über Spar- und Kapitalerträge bis hin zu
Pensionsansprüchen. Für Österreich beträgt die Einkommenslücke
zwischen Frauen und Männern über das gesamte Leben für den Jahrgang
2025 noch 19,4 %. Das ist eine klare Verbesserung gegenüber früheren
Generationen, aber die Dynamik lässt nach", erklärt Ludovic Subran,
Chief Investment Officer und Chefvolkswirt der Allianz.
Sabine Stöger, Chief Financial Officer der Allianz Österreich ,
ergänzt: " Der Gender Pay Gap ist in den letzten Jahren
zurückgegangen, doch wir sind noch lange nicht am Ziel. Dabei sind
sowohl faire und angemessene Vergütung über alle Branchen als auch
echte Chancengleichheit über das gesamte Berufsleben hinweg, bis hin
zur Pension entscheidend. Als Versicherungsunternehmen setzen wir uns
dafür ein, Finanzbildung und Vorsorge zu stärken, damit Frauen
Vermögen aufbauen und Pensionslücken nachhaltig schließen können."
Zwtl.: Fortschritt mit sinkender Dynamik
In Österreich ist die Lebenseinkommenslücke von 31,4 % beim
Jahrgang 1975 auf 22,4 % beim Jahrgang 2000 zurückgegangen. Für den
Jahrgang 2025 liegt sie bei 19,4 %, wobei sich der positive Trend
fortsetzt. Gleichzeitig wird deutlich, dass der verbleibende Abstand
nur noch schrittweise kleiner wird. "Für den Jahrgang 2000 bedeutet
das: Eine heute 26-jährige Frau wird über ihr gesamtes Erwerbsleben
hinweg im Durchschnitt rund 1,24 Millionen Euro weniger verdienen als
ein gleichaltriger Mann - nominal und unter Berücksichtigung von
Erwerbseinkommen, Kapitalerträgen und Pensionseinkünften," erläutert
Subran .
Zwtl.: Österreich unter den Schlusslichtern im internationalen
Vergleich
Im Ländervergleich liegt Österreich beim verbleibenden
Einkommensabstand des Jahrgangs 2025 auf Rang 11 von 14. Im Gegensatz
dazu könnten in Schweden Frauen dieses Jahrgangs über das gesamte
Erwerbsleben sogar ein leicht höheres Einkommen erzielen als Männer (
-2,4 %). Die größte Lücke gibt es in der Schweiz (32,1 %).
Zwtl.: Haupttreiber Teilzeit
Die Unterschiede im Lebenseinkommen entstehen vor allem im
Erwerbseinkommen. Niedrigere Einkommen während des Berufslebens
begrenzen den Vermögensaufbau und führen zu geringeren
Pensionsansprüchen - das Risiko von Altersarmut bleibt entsprechend
erhöht.
Der zentrale Faktor ist die ausgeprägte Teilzeitquote. In der
Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen arbeiten 52 % der Frauen in
Teilzeit, gegenüber 11 % der Männer. Bei den 50- bis 59-Jährigen
liegt der Anteil bei 50 % versus 8 %. Gleichzeitig nähern sich die
Erwerbsquoten weiter an (74,2 % bei Frauen vs. 82,1 % bei Männern).
Auch bei den Stundenlöhnen ist langfristig eine Annäherung absehbar:
Frauen könnten Männer in den 2050er-Jahren sowohl in Vollzeit- als
auch in Teilzeitbeschäftigung beim Stundenverdienst überholen.
Trotzdem bleibt das durchschnittliche jährliche Arbeitseinkommen
von Frauen aufgrund der höheren Teilzeitquote deutlich niedriger:
2026 verdienen Frauen in Österreich insgesamt 32,5 % weniger als
Männer. Sollten die strukturellen Trends unverändert bleiben, könnte
die Lücke selbst im Jahr 2100 noch bei 17 % liegen.
"Um die verbleibenden Einkommensunterschiede zwischen Frauen und
Männern zu schließen, sind Reformen in allen Phasen des Erwerbslebens
erforderlich", sagt Katharina Utermöhl, Head of Thematic and Policy
Research bei Allianz Research . "Wichtige Maßnahmen sind mehr
bezahlbare Kinderbetreuung, der Abbau steuerlicher Nachteile für
Zweitverdienende und bessere Bedingungen für Vollzeit- oder
vollzeitnahe Arbeit. Gleichzeitig sollten Frauen stärker dabei
unterstützt werden, an künftigen Produktivitätsgewinnen teilzuhaben -
zum Beispiel, indem die 16-prozentige Lücke bei der Nutzung von KI im
Arbeitsalltag [2] geschlossen wird. Für den langfristigen
Vermögensaufbau ist es außerdem wichtig, frühzeitig zu sparen und zu
investieren, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Eine bessere
Finanzbildung kann die jährliche Rendite um bis zu 1,5 Prozentpunkte
erhöhen.[3]"
Anmerkungen
[1] Um diesen kumulativen Effekt zu messen, hat Allianz Research
ein integriertes Lebenszyklusmodell entwickelt, das Erwerbseinkommen,
Kapitaleinkommen und Pensionen zu einer einheitlichen Kennzahl des
Lebenseinkommens zusammenführt. Damit wird die Einkommensentwicklung
von Frauen und Männern der Geburtsjahrgänge 1975, 2000 und 2025 in
den wichtigsten OECD-Ländern nachgezeichnet.
[2] Quelle: Eurostat (2025), Individuals - Use of Generative AI
Tools
[3] Quelle: Allianz Research (2023), " Playing the Squared Ball:
the Financial Literacy Gender Gap
Rückfragehinweis:
Allianz Österreich
Dr. Thomas Gimesi
Telefon: +43 676 878 222 914
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