VW-Werk Zwickau: Beschäftigte kämpfen für ihre Zukunft
ZWICKAU (dpa-AFX) - Beschäftigte von Volkswagen
Jüngst hatte ein Bericht über ein weiteres Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro bei Volkswagen für Aufregung gesorgt. Laut "Manager Magazin" sollen die Kosten bis 2028 um 20 Prozent sinken. Grund für den Schritt seien die schleppenden Verkäufe in China und die US-Zölle. Die Tarifvereinbarung von Ende 2024 sieht vor, bis 2030 bundesweit 35.000 Stellen sozialverträglich abzubauen. Dafür wurden Werkschließungen ausgeschlossen.
1.200 Arbeitsplätze abgebaut
Infolgedessen hat auch die Zwickauer Auto-Fabrik Federn lassen müssen. Den Angaben zufolge sind seither 1.200 Arbeitsplätze verloren gegangen - durch altersbedingte Abgänge, Aufhebungsverträge und weil befristete Verträge nicht verlängert wurden. Inzwischen werden in Zwickau nur noch in zwei statt früher drei Schichten Autos gebaut. In den kommenden Jahren muss das Werk zudem mehrere Modelle an andere Standorte abgeben.
Dafür erhält Zwickau das neue Geschäftsfeld der Kreislaufwirtschaft. Ab 2030 sollen hier jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge je nach Zustand für Kunden neu aufbereitet oder zerlegt werden, um einzelne Bauteile zum Beispiel für Gebrauchtwagen wiederzuverwenden oder Rohstoffe zurückzugewinnen. Die Rede ist von etwa 1.000 Jobs, die so gesichert werden.
Aktuell Mehrarbeit für viele VW
Im Zwickauer Volkswagen-Werk werden ausschließlich Elektroautos gebaut. Aktuell gibt es an einer der beiden Produktionslinien Mehrarbeit. So arbeitet die Spätschicht eine Stunde länger, die Frühschicht absolviert eine wöchentliche Sonderschicht. Das sei aber nur eine Momentaufnahme, erklärte Albert. Die Entwicklung im Nahen Osten mit ihren Auswirkungen auf die Benzinpreise hierzulande zeige, dass E-Mobilität die Zukunft sei, ergänzte Rösler. Es brauche aber weitere flankierende Maßnahmen mit Blick auf die Ladeinfrastruktur, den Ladestrompreis und ein einheitliches Bezahlsystem.
Die Beschäftigten in Zwickau wählen in der kommenden Woche einen neuen Betriebsrat. Etwa 8.200 Mitarbeiter sind wahlberechtigt. Um die 35 Plätze konkurrieren neben der traditionell starken IG Metall zwei weitere Listen. Im Chemnitzer Motorenwerk von VW hat sie nach eigenen Angaben jüngst 77 Prozent der Stimmen geholt und damit 13 von 17 Sitzen. Die übrigen gehen an das Bündnis freie Betriebsräte./hum/DP/zb