23.04. 10:03

OTS: Atradius Kreditversicherung / Umfrage: Geopolitische Unsicherheit ...


Umfrage: Geopolitische Unsicherheit belastet Planbarkeit deutscher
Unternehmen
Köln (ots) -

- Atradius-Umfrage: 87 Prozent sehen aktuelle Spannungen als relevanten
Einflussfaktor
- Für 55 Prozent hat sich die Planbarkeit zuletzt verschlechtert
- Unternehmen reagieren mit Preisstrategien, Liquiditätsaufbau und
Risikomanagement

Geopolitische Spannungen wirken sich zunehmend auf die strategische Planung
deutscher Unternehmen aus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des internationalen
Kreditversicherers Atradius. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (55
Prozent) berichtet von einer verschlechterten wirtschaftlichen Planbarkeit in
den vergangenen zwölf Monaten. "Geopolitische Risiken sind längst kein
abstraktes Szenario mehr, sondern wirken sich konkret auf unternehmerische
Entscheidungen aus", sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland bei
Atradius. Besonders betroffen sind Unternehmen mit international verflochtenen
Lieferketten und hoher Exportabhängigkeit.

Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen (36 Prozent) gibt an, dass
geopolitische Entwicklungen ihre Entscheidungen stark oder eher stark
beeinflussen, weitere 50 Prozent sehen zumindest teilweise Auswirkungen. Trotz
der wachsenden Unsicherheit sehen sich viele Unternehmen jedoch nur
eingeschränkt auf geopolitische Krisen vorbereitet. Rund die Hälfte der
Befragten bewertet die eigene Vorbereitung als kritisch, während nur knapp 43
Prozent ihr Unternehmen als gut oder sehr gut aufgestellt einschätzen.
Gleichzeitig fällt die Bewertung der gesamtwirtschaftlichen Resilienz mit
durchschnittlich 5,2 von 10 Punkten eher verhalten aus. "Die Ergebnisse zeigen
eine strukturelle Diskrepanz: Unternehmen erkennen die Risiken, fühlen sich aber
nicht ausreichend gewappnet", sagt Frank Liebold. Die eigene
Widerstandsfähigkeit bewerten die Unternehmen im Durchschnitt sogar nur mit 3,6
von 10 Punkten.

Fokus auf kurzfristige Stabilisierung statt langfristiger Transformation

Um auf die zunehmende Unsicherheit zu reagieren, setzen viele Unternehmen vor
allem auf Maßnahmen im operativen Geschäft. Am häufigsten genannt werden
Anpassungen der Preisstrategie (48 Prozent), ein intensiveres Risikomanagement
(39 Prozent) sowie der Aufbau von Liquiditätspuffern (38 Prozent). Strukturelle
Maßnahmen, wie die Regionalisierung von Lieferketten oder die Zurückhaltung bei
Investitionen, spielen hingegen bislang eine geringere Rolle. "Viele Unternehmen
konzentrieren sich derzeit darauf, Stabilität zu sichern und Risiken im
Tagesgeschäft zu steuern. Das ist angesichts der aktuellen Lage
nachvollziehbar", erklärt Frank Liebold.

Auch im Umgang mit der anhaltenden Mehrfachbelastung durch geopolitische und
wirtschaftliche Unsicherheiten zeigt sich ein erkennbarer Schwerpunkt: Mehr als
drei Viertel der Befragten konzentrieren sich auf Faktoren, die sie direkt
beeinflussen können. Für die Unternehmen bedeutet das, dass sich knapp die
Hälfte der Befragten wieder auf ihre Kernkompetenz fokussieren. Ebenfalls setzen
Unternehmen auf operative Flexibilität durch Differenzierung der Lieferketten,
Aufbau von Liquiditätspuffern, Beschleunigung der Digitalisierung sowie die
Automatisierung von Prozessen und die regelmäßige Überprüfung des
Produktportfolios. Zudem gaben über ein Viertel an, verstärkt auf
Mitarbeiterkommunikation zu setzen.

Für die im März dieses Jahres durchgeführte Umfrage wurden knapp 200 Unternehmen
unter anderem aus den Branchen Automotive, Bauwirtschaft und Baustoffhandel,
Chemie, Dienstleistungen, Elektronik, Finanzen, IT/Software, Konsumgüter,
Landwirtschaft, Lebensmittel, Maschinenbau, Metall, Papier, Textil sowie
Transport befragt. Die Jahresumsatzspanne der befragten Unternehmen reicht von
unter fünf Millionen bis über einer Milliarde Euro. Die Zahl der Beschäftigten
liegt bei den befragten Unternehmen zwischen unter 100 und mehr als 1.500.

Pressekontakt:

Atradius Kreditversicherung
Niederlassung der Atradius Crédito y Caución S.A. de Seguros y
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