AKTIE IM FOKUS: Lanxess enttäuscht große Hoffnung auf starke Geschäftsbelebung
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Chemiekonzern Lanxess
Der Kurz brach zum Handelsstart prozentual zweistellig ein. Zuletzt war Lanxess mit einem minus von noch 8,75 Prozent auf 16,48 Euro größter Verlierer im Index der mittelgroßen Werte, dem MDax
Damit rutschte der Kurs auch aus der jüngst engen Handelsspanne, in der er seit der Erholung gegen Ende März feststeckte. Zuvor war er im März bis auf fast 11 Euro gefallen - ein Tief seit der Weltfinanzkrise 2009. So machen die träge Weltwirtschaft und seit einiger Zeit auch vermehrt Konkurrenz aus Asien Chemiekonzernen wie Lanxess
Hinzu kam dann der Iran-Krieg und damit die faktische Sperrung der Straße von Hormus, durch die sonst rund ein Fünftel des Weltölhandels läuft. Da aber vor allem Asien von den Lieferungen aus Nahost abhängig ist, steigen die Einkaufpreise für dortige Chemieunternehmen sehr stark, teils gibt es Versorgungsprobleme. Davon wiederum profitieren Hersteller aus Europa, die Kunden weiter verlässlich beliefern können und sogar die Preise teils deutlich anhoben.
In diesem Umfeld rechnet Lanxess mit weiterem Rückenwind durch die Geschäftsbelebung seit März und kalkuliert für das zweite Quartal mit 130 bis 150 Millionen Euro operativem Gewinn. Für Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan ist allerdings ein Haar in der Suppe. Während das erste Jahresviertel besser gelaufen sei als befürchtet, liege der Ausblick für das zweite in der Mitte der Spanne 12 Prozent unter der mittleren Markterwartung und sogar 25 Prozent unter seiner Prognose.
Auch Georgina Fraser von Goldman Sachs moniert den Ausblick für das zweite Quartal. Angesichts dessen brauche es eine Beschleunigung der Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr, damit Lanxess die Markterwartungen an 2026 erfüllen und die Mitte der eigenen Prognosespanne für den operativen Gewinn erreichen könne./mis/ag/stk