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Aktien Frankfurt: Deutlich im Plus - Hoffnung auf Ende des Iran-Kriegs


FRANKFURT (dpa-AFX) - Hoffnungen auf ein baldiges Rahmenabkommen der USA mit dem Iran haben am Freitag zu fallenden Ölpreisen geführt und dem deutschen Aktienmarkt erheblichen Rückenwind beschert. Der Dax stieg gegen Mittag um 1,9 Prozent auf 24.666 Punkte. Der Leitindex setzte sich damit weiter von der 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend ab und kletterte kurzzeitig über die 21-Tage-Linie, die als kurzfristiger Trendindikator gilt.

Der MDax gewann am Freitagmittag 2,5 Prozent auf 32.228 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 2,2 Prozent aufwärts.

Auch wenn die Nachricht von einem bevorstehenden Friedensabkommen zwischen den USA und Iran in den vergangenen Wochen überstrapaziert worden sei, nähmen die Anleger eine potenzielle Einigung vorweg und griffen am Aktienmarkt zu, bemerkte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets.

US-Präsident Donald Trump hatte seine für Donnerstagabend angekündigten Angriffe auf den Iran abgesagt und einmal mehr ein baldiges Rahmenabkommen in Aussicht gestellt. "Wir haben gerade eine großartige Einigung im Krieg mit dem Iran erzielt", behauptete Trump. Die Dokumente sollten in Kürze fertiggestellt und vielleicht schon an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werden. Auch die Islamische Republik sprach von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Ein entsprechender Text sei überwiegend finalisiert, sagte der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai nach Angaben der staatlichen Agentur Irna.

Im Tagesverlauf rückt mit SpaceX der größte Börsengang aller Zeiten in den Fokus, auf den bald noch die KI-Plattformen Anthropic und OpenAI folgen sollen. Mit einer Bewertung von knapp 1,8 Billionen US-Dollar ist Elon Musks Weltraumfirma aus dem Stand mehr wert als etwa der Facebook-Konzern Meta , obwohl die reinen Geschäftszahlen in krassem Kontrast dazu stehen. Laut Eckhard Schulte von MainSky Asset Management ist der Erfolg der Börsengänge wichtig, um die Vitalität der KI-Investmentstory zu bestätigen.

In der Hoffnung auf ein Kriegsende im Iran legte der Reisesektor merklich zu, vor allem der Reiseveranstalter Tui , die Fluggesellschaft Lufthansa und der Flughafenbetreiber Fraport , der zudem gute Verkehrszahlen für Mai vorgelegt hatte. Die entsprechenden Aktien verbuchten Kursgewinne zwischen 6,6 und 8,9 Prozent. Die Anteilsscheine des Flugzeugbauers Airbus und des Triebwerkzulieferers MTU gewannen bis zu 3,8 Prozent an Wert.

Dagegen reagierten Verbio mit einem deutlichen Abschlag auf die gesunkenen Ölpreise. Die Titel des Biokraftstoffherstellers fielen auf den tiefsten Stand seit drei Monaten und notierten als Schlusslicht im Kleinwerte-Index SDax zuletzt 5,7 Prozent im Minus. Verbio profitiert von hohen Ölpreisen, da die Verbraucher an Tankstellen dann eher zu E10 statt zu dem teureren Superbenzin greifen. Verbio produziert unter anderem Bioethanol, das dem herkömmlichen Benzin beigemischt wird, um E10 zu erzeugen.

Die Papiere von Friedrich Vorwerk blieben mit plus 5,7 Prozent auf Erholungskurs. Unterstützung brachte eine Mitteilung über einen bedeutenden Auftrag. Demnach wird eine Tochtergesellschaft des Pipeline- und Anlagenbauers am Bau einer zweiten Linie einer Gasfernleitung in der Republik Kasachstan beteiligt.

Die Aktien von Flatexdegiro verteuerten sich um 6,9 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays nahm die Bewertung des Online-Brokers bei einem Kursziel von 41 Euro mit "Overweight" auf. Flatex biete unter den europäischen Handelsplattformen das stärkste Ergebniswachstum, schrieb Grace Dargan./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---