Arbeitgeber gegen Kapitalrente und Ende der Minijobs
BERLIN (dpa-AFX) - Die Arbeitgeberverbände lehnen zentrale Empfehlungen der Rentenkommission ab. "Sehr kritisch sehen wir die angepeilte staatliche Kapitalrente", erklärte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger in Berlin. Auch die Abschaffung von Minijobs wäre aus seiner Sicht ein Fehler.
Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission will ihre Vorschläge erst am Dienstag offiziell vorstellen. Bekannt ist aber schon, dass eine Kapitalrente empfohlen wird: Zwei Prozent des Bruttoeinkommens sollen verpflichtend dafür genutzt werden, einen Kapitalstock aufzubauen. Dies soll je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden.
Dulger betonte: "Mehr Kapitaldeckung in der Alterssicherung ist grundsätzlich sinnvoll, aber nicht durch Zwang und nicht durch den Staat, sondern freiwillig privat und betrieblich. Die Kapitalrente würde eine massive Mehrbelastung von mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr für Unternehmen und Beschäftigte bedeuten." Sozialbeiträge von deutlich mehr als 40 Prozent seien eine Gefährdung für den Standort.
Zum Vorschlag, Minijobs nur noch für Schüler zuzulassen, äußerte sich der Arbeitgeberpräsident ebenfalls ablehnend: "Minijobs verdrängen keine Vollzeitstellen, sondern aktivieren Arbeitspotential", meinte der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).
Positiv bewertete Dulger Vorschläge, die abschlagsfreie Frührente abzuschaffen und das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Doch plädiere man "für einen schnelleren Anstieg des Renteneintrittsalters". Erfreulich sei auch die geplante Rückkehr und Verschärfung des Nachhaltigkeitsfaktors. Allerdings solle dies möglichst sofort passieren, meinte Dulger. "Insgesamt hätten wir uns mehr Ambition vorstellen können."/vsr/DP/jha