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23.06. 08:23

Aktien Frankfurt Ausblick: Dax könnte Asien-Korrektur nach unten folgen


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax bleibt auf Schlingerkurs um die runde Marke von 25.000 Punkten. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn deutet sich am Dienstag nach einer Korrektur an den Asien-Börsen auch in Deutschland ein erneuter Rückschlag ab. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax stand ein Prozent tiefer bei 24.888 Punkten.

Gewinnmitnahmen in Japan und Südkorea nehmen auch dem Dax wieder den Wind aus den Segeln. Dabei lag der Fokus weiter auf der Technologiebranche. Auch europäische Chipwerte könnten am Dienstag diese Bewegung nachvollziehen. Infineon zum Beispiel wird vorbörslich mehr als vier Prozent tiefer gehandelt. Auch bei den Chip-Zulieferern Suss, Aixtron und Siltronic bahnt sich eine Korrektur an.

Von den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran kommt am Dienstag kein Störfeuer. Die Gespräche über ein Rahmenabkommen zur endgültigen Beendigung des Kriegs gehen momentan auf technischer Ebene weiter, wie US-Vizepräsident JD Vance bestätigte. Nach seinen Angaben will der Iran auch wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen. Einen Zeitplan dafür gebe es aber noch nicht.

"Wir sehen einen in höchstem Maße stimmungsgetriebenen Handel. Gerade in der Nähe von Rekordnotierungen werden Anleger schnell nervös, wenn sich die Rally dann nicht direkt mit Schwung nach oben fortsetzt", schrieb am Morgen der Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank. Zum Wochenstart hatte der Dax mit 25.176 Punkten zwischenzeitlich ein Hoch seit Anfang Juni erreicht. Dem Rekord vom Januar hatte sich der Leitindex dabei bis auf 330 Punkte genähert.

Im Tech-Sektor äußere sich dies bei dem Rekord-Börsengang SpaceX , dessen Kurs fast wieder das Niveau zum Börsenstart erreicht hat. Die Messlatte im Chipbereich hänge hoch, betonte Stanzl. Daher richte sich der Blick bereits auf die am Mittwochabend erwarteten Resultate von Micron . Von dem Chipkonzern würden angesichts einer Vervierfachung in diesem Jahr wohl "nur noch allerbeste Quartalszahlen" akzeptiert.

Unternehmensseitig steht am Dienstag RWE im Fokus. Wie zuletzt schon spekuliert, will der Energiekonzern die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Wie am Vorabend nach Börsenschluss mitgeteilt wurde, vollzieht das Unternehmen dafür eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Platziert wurden 74,4 Millionen Aktien zum Stückpreis von 54 Euro, was ein Abschlag von fast drei Prozent zum Vortagsschlusskurs bedeutet. Dem näherte sich der Kurs nun vorbörslich.

Wegen einer Finanzierungsmaßnahme rückten außerdem noch die Vonovia-Aktien in den Fokus, die auf der Plattform Tradegate etwa drei Prozent verloren. Der Wohnimmobilien-Konzern kündigte die Ausgabe von Wandelanleihen an.

Gewinne von 3,5 Prozent bahnen sich derweil bei Brenntag an: Der Chemikalienhändler hat nach einem starken zweiten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Die Markterwartung für das operative Ergebnis im zweiten Quartal sei deutlich übertroffen worden, schrieb Marcus Dunford-Castro vom Analysehaus Jefferies./tih/stk