21.07. 11:13

OTS: Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) / ...


Tabaksteuer bricht im 1. Halbjahr um 15 Prozent ein / BVTE warnt vor
weiterem Drehen an der Steuerschraube (FOTO)
Berlin (ots) - Nach den heute veröffentlichten Daten des Monatsberichts des
Bundesministeriums der Finanzen (BMF) sind die Tabaksteuereinnahmen erneut
deutlich eingebrochen. Demnach beliefen sich die Einnahmen aus der Tabaksteuer
im ersten Halbjahr 2026 auf 6,792 Milliarden Euro. Das entspricht einem
deutlichen Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.

Bereits zum 1. Januar 2026 war die Tabaksteuer um 15 Cent je 20er-Packung
Zigaretten erhöht worden. Die Entwicklung der Einnahmen zeigt nach Auffassung
des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), dass
die Belastungsgrenze des legalen Marktes erreicht ist. Der Verband warnt deshalb
eindringlich vor weiteren Steuererhöhungen.

BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke erklärt: "Sowohl der Gesetzentwurf der
Bundesregierung als auch die Pläne der Regierungskoalition für eine weitere
drastische Erhöhung der Tabaksteuer sind finanzpolitischer Wahnsinn. Die derzeit
diskutierte Steuererhöhung von 80 Cent je Packung würde den Preis einer
Zigarettenschachtel bereits im kommenden Jahr auf rund 9,10 Euro und bis 2030
auf fast 12 Euro steigen lassen.

Die aktuellen Zahlen sind ein deutliches Warnsignal. Wenn bereits eine
Steuererhöhung um 15 Cent mit einem Rückgang der Tabaksteuereinnahmen von 15
Prozent einhergeht, muss die Politik die Folgen weiterer drastischer
Steuererhöhungen sorgfältig abwägen. Eine verantwortungsvolle Steuerpolitik
spielt nicht der organisierten Kriminalität in die Hände, sondern orientiert
sich an den wirtschaftlichen Realitäten.

Nach fest kommt ab. Wer die Tabaksteuerschraube überdreht, zerstört sichere und
stabile Steuereinnahmen und überlässt einen gut überwachten Markt zunehmend der
organisierten Kriminalität. Wer in einem bereits stark rückläufigen Markt
nochmals drastisch höhere Steuern plant, begeht finanzpolitisches Harakiri. Je
höher die Besteuerung ausfällt, desto größer werden die Gewinne der
organisierten Kriminalität und desto höher sind die Steuerausfälle."

Nach Auffassung des BVTE würden derartige Steuererhöhungen den legalen Markt
massiv schwächen und weiter Marktanteile an den illegalen Handel verlieren. Die
Folge wären eine zunehmende Verlagerung des Konsums auf den Schwarzmarkt, mehr
Schmuggel und Produktfälschungen sowie weiter sinkende Steuereinnahmen.

Dass diese Entwicklung keineswegs theoretisch ist, zeigen nach Auffassung des
BVTE die Beispiele Frankreich und Niederlande. In Frankreich entgehen nach einer
aktuellen Studie der Zollverwaltung bereits 17,7 Prozent des Tabakkonsums der
nationalen Besteuerung. Rund vier von zehn konsumierten Zigaretten stammen
inzwischen aus illegalen Quellen. Auch in den Niederlanden ist der
grenzüberschreitende Einkauf nach den Steuererhöhungen des Jahres 2024
sprunghaft gestiegen; inzwischen werden rund 60 Prozent der konsumierten
Tabakwaren im Ausland gekauft.

Mücke abschließend: "Schon heute ist absehbar, dass der Bund weiter erhebliche
Einnahmen aus der Tabaksteuer verlieren wird, weil Verbraucher beliebig hohe
Steuersätze nicht akzeptieren. Diese Steuerpolitik ist unverantwortlich. Das
entstehende Milliardenloch im Bundeshaushalt ist die Folge einer
Gesundheitspolitik, die die Risiken von Schmuggel und Produktfälschungen
systematisch unterschätzt. "

Der BVTE appelliert an Bundesregierung und Bundestag, die geplanten
Tabaksteuererhöhungen grundlegend zu überdenken. Ziel müsse eine verlässliche
Fiskalpolitik sein, die stabile Staatseinnahmen sichert, den legalen und streng
regulierten Markt erhält und den illegalen Handel nicht weiter begünstigt.

Über den BVTE

Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) vertritt
die Interessen der Hersteller von Tabakwaren, E-Zigaretten und verwandten
Produkten in Deutschland. Der Verband setzt sich für eine evidenzbasierte
Regulierung, einen wirksamen Jugendschutz und einen fairen Wettbewerb ein.

Ansprechpartner für Rückfragen:

Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)
Jan Mücke
Hauptgeschäftsführer
Georgenstraße 25
10117 Berlin
Tel. +49 30 88 66 36 - 123
mailto:presse@bvte.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/141532/6318596
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