ROUNDUP/Treiber Dupixent: Sanofi hebt nach starkem Quartal die Jahresziele an
PARIS (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Sanofi
Investoren sorgen sich schon seit Längerem über die Produktpipeline des französischen Pharmaunternehmens, das zuletzt immer wieder Rückschläge bei der Entwicklung neuer Medikamente einstecken musste. Die Halbjahreszahlen hätten den Finger in die Wunde gelegt, analysierten die Experten der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die im EuroStoxx 50
Der laufende Bodenbildungsversuch bleibt vorerst aber intakt. Zum Vergleich: Im März 2025 hatte das Papier ein Rekordhoch von knapp 111 Euro erklommen, bevor es wieder bergab ging. In den vergangenen zwei Jahren sackte der Kurs gegen den Trend des freundlichen Branchenindex Stoxx 600 Healthcare
Im abgelaufenen zweiten Quartal steigerten die Franzosen den Umsatz um 16 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Zu konstanten Wechselkursen lag das Plus bei knapp 18 Prozent. Für 2026 erwartet der Konzern nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von rund zehn Prozent, bisher war das Ziel ein hoher einstelliger Prozentsatz.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um gut 31 Prozent auf 2,09 Euro und übertraf ebenso wie der Umsatz die Erwartungen der Analysten. Für das Gesamtjahr rechnet Sanofi weiterhin mit einem etwas stärkeren Wachstum des bereinigten Ergebnisses als beim Erlös.
JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach von "starken Zahlen" und einem überraschend hohen Umsatz, vor allem dank des Blockbusters Dupixent. Nach der Prognoseanhebung dürfte der Markt seine Erwartungen für 2026 und die Mittelfristziele bis 2030 leicht nach oben anpassen, schrieb er.
Dupixent, das unter anderem gegen Asthma und Neurodermitis eingesetzt wird, erzielte im Berichtszeitraum erstmals mehr als fünf Milliarden Euro Quartalsumsatz. Mit 5,2 Milliarden Euro lag der Erlös über ein Drittel über dem Vorjahreswert.
Sanofi erhöhte deshalb das Umsatzziel für den Blockbuster bis 2030 von zuvor 22 auf nun 25 Milliarden Euro. Das Ziel für das Impfstoffgeschäft wurde dagegen von zehn auf neun Milliarden Euro gesenkt. Unverändert sollen neue Medikamente bis dahin rund zehn Milliarden Euro Umsatz beitragen.
Auch andere jüngere Arzneien wie die Krebsmedikamente Ayvakit und Sarclisa sowie Altuviiio gegen die Bluterkrankheit sorgten im vergangenen Quartal für Wachstum. Das Impfstoffgeschäft war hingegen leicht rückläufig.
Für die frühere Merck-Chefin Belen Garijo war es die erste Quartalsbilanz an der Spitze von Sanofi. Sie übernahm die Führung Anfang Mai und soll neue Wachstumsquellen erschließen, um die starke Abhängigkeit des französischen Arzneimittelherstellers von Dupixent zu verringern. Diese Herausforderung verschärft sich durch auslaufende Patente nach 2030 und den erwarteten Wettbewerb durch Nachahmerprodukte.
Garijo kündigte an, Forschung und Entwicklung zu stärken und die Produktpipeline durch Übernahmen auszubauen. Bereits im vergangenen Quartal stellte Sanofi mehr als acht Entwicklungsprojekte ein. Zuletzt beendete der die Forschung am Wirkstoff Amlitelimab gegen Neurodermitis, da dieser keinen bedeutenden zusätzlichen Nutzen biete. Das Mittel galt ausgerechnet als möglicher Dupixent-Nachfolger.
Die Einstellung führte im zweiten Quartal zu einer milliardenschweren Wertminderung. Dadurch sowie wegen höherer Gewinnabführungen an den Forschungspartner Regeneron Pharmaceuticals