03.08. 12:26

Linke: Nach 45 Beitragsjahren Rentenstart frei wählen


BERLIN (dpa-AFX) - Statt einer Streichung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte fordert die Linke eine Ausweitung. "Wer 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, muss frei über seinen Ruhestand entscheiden dürfen", sagte Parteichefin Ines Schwerdtner der Deutschen Presse-Agentur.

Das würde bedeuten: Wer etwa mit 16 angefangen und durchgehend Rentenbeiträge gezahlt hat, könnte diesem Vorschlag zufolge schon mit 61 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Tatsächlich gilt derzeit, dass dies nach 45 Beitragsjahren mit 64,5 Jahren möglich ist. Ursprünglich begann das Modell mit 63, deshalb ist es landläufig als "Rente mit 63" bekannt. Nach Vorschlägen der Rentenkommission soll die Option abgeschafft werden.

Dagegen hatte nicht nur die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD) Einspruch erhoben, sondern zuletzt auch die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Das wiederum trifft auf Kritik bei CDU-Politikern auf Bundesebene.

Schwerdtner sagte: "Der Vorstoß der ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten mag richtig sein, aber ich bezweifle, dass ihre neue Liebe zur abschlagsfreien Rente auch noch am Tag nach den Ostwahlen hält." Die Pläne der Bundesregierung sei "eine Attacke auf genau die Menschen, die ihr Leben lang eingezahlt haben". Die SPD wiederum schaue in der Regierung als "zahnloser Tiger" zu, meinte die Linken-Politikerin./vsr/DP/jha