ROUNDUP: Dax-Vorstände verdienen 42 Mal so viel wie die Beschäftigten
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Vorstände in der ersten deutschen Börsenliga haben 2025 im Durchschnitt erneut höhere Vergütungen kassiert als ein Jahr zuvor. Gut 3,9 Millionen Euro erhielt ein Top-Manager der 40 Konzerne im Deutschen Aktienindex. Das ergab die jährliche Auswertung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München. Demnach stiegen die Bezüge zum Vorjahr um vier Prozent. Ein Großteil sind erfolgsabhängige Boni, die mit Zeitverzug ausgezahlt werden.
Im Durchschnitt aller Dax
"Schallmauer" von zehn Millionen Euro in zwei Fällen durchbrochen
Die Bezüge der Dax-Chefs für 2025 summierten sich der Analyse zufolge im Schnitt auf rund 6,14 Millionen Euro. Die "magischen Schallmauer von 10 Millionen Euro", die aus Sicht der Aktionärsschützer "gesellschaftlich und auch innerhalb der Unternehmen noch vertretbar ist" sei in zwei Fällen durchbrochen worden, führte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler aus.
SAP
Managergehälter zum Beispiel in den USA teils weitaus höher
Im internationalen Vergleich sind solche Vergütungen für Top-Manager aber immer noch gering. Die Vorstandsvorsitzenden (CEO) der Unternehmen im Euro Stoxx 50 kassierten der Auflistung zufolge für das Geschäftsjahr 2025 ohne die dort gelisteten deutschen Konzerne durchschnittlich 9,5 Millionen Euro. Bei den CEOs der 30 Unternehmen im Dow Jones Industrial Average (DJIA)
An der Spitze des DJIA-Rankings steht David M. Solomon (Goldman Sachs
28 der 30 DJIA-CEOs verdienten im vergangenen Jahr mehr als der bestverdienende Dax-Vorstandsvorsitzende, SAP-Chef Klein. Im Euro Stoxx 50, der die 50 größten börsennotierten Unternehmen des Euro-Währungsgebiets abbildet, liegt Klein auf Rang sechs. Spitzenverdiener in diesem Index ist Michel Doukeris vom Brauriesen AB Inbev
Aktionärsschützer: Langfristigen Unternehmenserfolg belohnen
Angesichts dieses internationalen Umfelds bewege sich Deutschland nicht auf einer Insel, stellte DSW-Hauptgeschäftsführer Tüngler fest. Die Konzerne müssten sich auch bei der Vergütung einem internationalen Wettbewerb stellen.
"Eine hohe Vergütung kann angemessen sein - wenn sie Ausdruck außergewöhnlicher Wertschaffung ist", brachte Tüngler mit Blick auf den Dax zum Ausdruck. Aus Sicht der DSW sei es positiv, dass langfristige variable Bestandteile bei der Vergütung im Deutschen Aktienindex an Bedeutung gewinnen. "Vorstandsvergütung sollte nachhaltigen Unternehmenserfolg belohnen und nicht kurzfristige Quartalsergebnisse", sagte Tüngler./ben/DP/zb