ROUNDUP/Argenx: Studienerfolg bei entzündlicher Erkrankung der Skelettmuskulatur
AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Biotech-Spezialist Argenx
Konkret zeigten die mit Efgartigimod behandelten Patienten in der Studienpopulation mit sogenannter kombinierter immunvermittelter nekrotisierender Myopathie (IMNM) und Dermatomyositis (DM) in Woche 52 eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung im Vergleich zu den mit Placebo behandelten Patienten, wie es weiter hieß. Die beiden Krankheiten sind Formen der Myositis. Bei denjenigen Patienten, die mit dem Medikament behandelt worden seien, hätten sich ab Woche 4 statistisch relevante Verbesserungen gezeigt. Diese hätten während der gesamten Behandlungsdauer angehalten.
Der Aktienkurs von Argenx schnellte auf die Nachrichten hin um 8,8 Prozent auf 794,40 Euro nach oben. Erst im Juli waren die Papiere auf ein Rekordhoch von knapp 834 Euro gestiegen, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Mit dem aktuellen Kursanstieg liegen sie 2026 nun wieder rund 11 Prozent im Plus. Auf Sicht von rund 5 Jahren haben sie ihren Wert mehr als verdreifacht, auf Sicht von rund 10 Jahren sogar mehr als versechzigfacht.
Laut Branchenexperten wie Xian Deng von der Schweizer Bank UBS könnte Vyvgart zur Behandlung von Myopathie Blockbuster-Potenzial haben, also jährliche Milliardenumsätze bringen. Bestenfalls sei ein Jahresspitzenumsatz von 5 Milliarden US-Dollar bei IMNM denkbar, hatte Deng Anfang August, also noch vor den aktuellen Studiendaten geschrieben.
Die aktuellen Studienresultate könnten die Grundlage für eine Zulassung in den USA bilden, erklärte Michael Shah, Analyst bei Bloomberg Intelligence. Gleichwohl fielen sie nicht einheitlich aus. So zeigte Vyvgart bei einer kleineren Patientengruppe, die zusätzlich unter Hautsymptomen litt, keinen statistisch signifikanten Nutzen. Es sei unklar, wie die Zulassungsbehörden dieses Ergebnis bewerten werden, so Shah.
Argenx verkauft Vyvgart mit dem Wirkstoff Efgartigimod Alfa schon länger zur Behandlung der Autoimmunkrankheit Myasthenia gravis (Mg), einer schweren Muskelschwäche. Das Mittel gilt wegen seines speziellen Wirkprinzips als das erste in seiner Klasse. Vyvgart treibt die Geschäfte des Unternehmens denn auch kräftig an. So schnellte der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um rund 60 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Dollar nach oben, und der Gewinn schwoll mit 838 Millionen Dollar auf fast das Doppelte an./mis/lew/stk