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15.10. 23:16 29.935,60 -0,01%
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Aktien New York Ausblick: Anleger vorsichtig trotz nachlassender KI-Sorgen


NEW YORK (dpa-AFX) - Am US-Aktienmarkt bleibt die Stimmung nach den jüngst hochgekochten Ängsten über ausufernde Finanzierungskosten für KI-Konzerne am Freitag erst einmal verhalten. Die Sorgen hatten vor allem den techwertelastigen Nasdaq 100 belastet. Am Donnerstag war dem Index im Verlauf zwar eine Wende gelungen, dennoch hatte er mit einem kleinen Minus geschlossen.

Der Broker IG taxiert den Nasdaq 100 am Freitag nun rund eineinhalb Stunden vor dem Auftakt auf 29.865 Punkte und damit 0,2 Prozent unter seinem Vortagesschluss. Den US-Leitindex Dow Jones Industrial berechnete IG prozentual kaum verändert auf 52.180 Punkte. Im Dow sind die großen Tech-Aktien bei weitem nicht so schwer gewichtet wie im Nasdaq 100, weshalb er sich bereits zuletzt besser gehalten hatte.

Für ein wenig Entspannung hatte am Vortag gesorgt, dass der Vorstandsvorsitzende des für seine KI-Chips bekannten Konzerns Nvidia Bedenken hinsichtlich des zur Wochenmitte in die Schlagzeilen geratenen Unternehmens CoreWeave zurückwies. Jensen Huang sagte, er glaube nicht, dass der tief mit Nvidia verflochtene Anbieter von KI-Cloud-Computing-Diensten eine Finanzspritze von seinem Unternehmen benötigen werde.

Verunsichert hatte die Anleger im Wochenverlauf auch eine überraschend hohe Inflation in den USA. Diese hatte Bedenken genährt, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins bereits im Oktober ein weiteres Mal anheben und somit Finanzierungen für Konsumenten, Unternehmen und den Staat verteuern könnte.

Dass sich der Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, nun in einer Rede aber nicht spezifisch zur Geldpolitik äußerte, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch im Oktober aus Marktsicht wieder deutlich sinken. Zum Thema Künstliche Intelligenz sagte Warsh, dass Investitionen in diesen Bereich die US-Wirtschaft stark unterstützten.

"Kevin Warsh gibt den Börsen den Optimismus zurück", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Kommentare zur Künstlichen Intelligenz ließen die KI-Sorgen der Anleger zumindest temporär schwinden.

Für Sören Hettler von der DZ Bank ist die jüngste Korrektur bei Halbleiter- und einigen KI-Aktien denn auch lediglich eine selektive Neubewertung durch Investoren. Eine breite Abkehr vom KI-Thema sieht er nicht. "Unter Druck stehen vor allem hoch bewertete und stark fremdfinanzierte Teile des KI-Ökosystems. Unternehmen mit hoher Profitabilität, auch aus anderen Geschäftsbereichen, und starken Cashflows sind dagegen deutlich weniger anfällig für steigende Finanzierungskosten." Der nächste Härtetest sei nun die laufende Berichtssaison zum dritten Quartal.

Mit Blick auf die Unternehmen stieg im vorbörslichen Handel der Kurs der Tesla -Aktien um 3,2 Prozent. Der Elektroautobauer stellte nach einiger Verzögerung endlich einen Sportwagen vor, der dank Raketendüsen kurze Entfernungen im Flug zurücklegen kann. Bei der Präsentation in der texanischen Stadt Waco flog der Tesla Roadster dank seiner Kaltgas-Triebwerke unter anderem mit einer Seitenrolle über geparkte andere Modelle des Elektroauto-Herstellers. Der Sportwagen werde 2028 in die Produktion gehen, sagte Tesla-Chef Elon Musk.

Musk führt neben Tesla auch die Raumfahrtfirma SpaceX, die entsprechend viel mit Düsenantrieben zu tun hat. Schon seit einiger Zeit wird spekuliert, dass er die beiden Unternehmen unter einem Dach zusammenbringen will. Für die SpaceX-Aktien zeichnete sich ein gut ein Prozent höherer Auftakt ab.

Der US-Schadenversicherer Travelers steigerte trotz stagnierender Einnahmen und höherer Katastrophenschäden seinen Gewinn im Sommer leicht. Das Unternehmen hatte mehr Rückstellungen für frühere Schäden aufgelöste, wodurch der Überschuss im Jahresvergleich um zwei Prozent stieg. Dennoch verlor die Travelers-Aktie im vorbörslichen US-Handel mehr als fünf Prozent.

Der Finanzdienstleister Wise blieb im abgelaufenen dritten Quartal indes mit dem grenzübergreifenden Transaktionsvolumen hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie verlor vorbörslich rund zweieinhalb Prozent.

Den Aktien des Telekommunikations- und Satellitenunternehmens Echostar gab eine "Overweight"-Empfehlung der Bank JPMorgan Auftrieb. Das Papier gewann 1,7 Prozent./mis/jha/