ROUNDUP 2: Nach Krawallen in Frankfurt - Händlern soll rasch geholfen werden
(neu: Dehoga in neuen Absätzen 2 und 3 ergänzt.)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Handelsverband Hessen hat nach den Ausschreitungen und Plünderungen von Geschäften in Frankfurt rasche Unterstützung für geschädigte Ladenbesitzer gefordert. "Jetzt muss es zunächst darum gehen, den betroffenen Händlerinnen und Händlern schnell zu helfen und die Folgen der entstandenen Schäden bestmöglich zu begrenzen", teilte der Verband in Frankfurt mit. Es brauche auch eine sorgfältige Analyse und Aufarbeitung. Man sei bestürzt über das Ausmaß an Gewalt, Sachbeschädigung und mutwilliger Randale.
Auch der Hotel- und Gastronomieverband (Dehoga) in Hessen zeigt sich bestürzt. Viele mittelständische Betriebe stünden seit mehreren Jahren vor massiven wirtschaftlichen Herausforderungen, schufen und sicherten trotzdem wichtige Arbeits- und Ausbildungsplätze, hieß es in einer Mitteilung.
"Die Demonstrationen der jungen Generation und ihr Ausdruck von Frust oder Sorgen sind legitim und müssen in einer demokratischen Gesellschaft Gehör finden", sagte der Präsident des Landesverbands, Robert Mangold. "Wirtschaft ist das Fundament für ein gutes und soziales Leben in unserer Stadt und in unserem Land - sie wird auf der einen Seite lautstark gefordert und hier auf der Straße mit Füßen getreten und zerstört." Es gelte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
"Existenzielle Folgen"
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) versprach rasche und unbürokratische Hilfe der Landesregierung. "Die widerwärtigen Gewaltangriffe von Linksextremen und einem aggressiven Mob in der Frankfurter Innenstadt haben teilweise existenzielle Folgen für dortige Einzelhändler, Gewerbetreibende und den Mittelstand", sagte er. "Wir lassen die Betroffenen nicht im Stich." Man sei dazu bereits im Austausch mit dem Handelsverband.
Rhein betonte, dass es bei den Geschehnissen am Samstagabend wichtig sei, zu differenzieren. "Die überwiegend friedliche Demonstration der Schülerinnen, Schüler und Jugendlichen ist von den späteren Ausschreitungen und Gewalttaten zu trennen." Es habe eine Gewalt- und Zerstörungswut gegeben, "die nicht mehr primär aus politischem Protest heraus geschieht, sondern aus einer beinahe berauschenden Freude am Randalieren und Zerstören selbst. Dafür darf es in unseren Innenstädten keinen Raum geben."/hus/DP/men