ROUNDUP 2: Evonik etwas optimistischer für 2026 - BASF-Offerte im Blick
(Neu: mehr Details aus der Videobotschaft des Finanzchefs im drittletzten Absatz, Aktienkurs aktualisiert)
ESSEN (dpa-AFX) - Der Chemiekonzern Evonik
In den drei Monaten bis Ende September stieg der operative Gewinn im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro, der Umsatz wuchs um 13 Prozent auf knapp 3,83 Milliarden Euro. Viele europäische Chemiefirmen profitierten zuletzt von höheren Verkaufspreisen, da die Konkurrenz aus Asien viel stärker unter den Folgen des Iran-Kriegs leidet.
Unter dem Strich stand bei Evonik im dritten Quartal mit minus 53 Millionen Euro erneut ein Nettoverlust, der aber nur noch halb so hoch war wie vor einem Jahr. Dabei belasteten im abgelaufenen Quartal Rückstellungen für ein Sparprogramm.
So hatte Evonik im Juni den Abbau weiterer 3.200 Stellen bis Ende 2029 angekündigt, davon 2.150 in Deutschland. Für einen Großteil der zusätzlichen Maßnahmen seien im dritten Quartal 313 Millionen Euro zurückgestellt worden, etwa für Abfindungen, hieß es nun. Bis Ende 2026 sollen bereits durch laufende Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Stellen wegfallen. Per Ende September beschäftigte Evonik noch 30.319 Mitarbeiter und damit knapp 1.000 weniger als ein Jahr zuvor.
Den größten Beitrag zum operativen Gewinn steuerte der Geschäftsbereich Advanced Technologies bei, der unter anderem Hochleistungskunststoffe und Wasserstoffperoxid sowie Zusätze für Tiernahrung, wie das Tierfuttereiweiß Methionin, produziert. Dank eines Anstiegs von Absatz und Verkaufspreisen sowie Sparanstrengungen schnellte der Gewinn im Tagesgeschäft um fast 90 Prozent auf 377 Millionen Euro nach oben. So konnte die Kapazitätsauslastung von Hochleistungskunststoffen aufgrund der verbesserten Nachfrage weiter hochgefahren werden, hieß es.
In der Sparte Custom Solutions stieg das operative Ergebnis um 7 Prozent auf 231 Millionen Euro. Dabei verzeichneten die Bereiche Additive Produkte für die Farben- und Beschichtungsindustrie sowie Öladditive eine positive Nachfrageentwicklung. Die Sparte produziert zudem Produkte für die Kosmetik- und Pharmaindustrie.
Im Fokus stehen aus Anlegersicht aktuell vor allem die Übernahmebemühungen des größeren Branchenrivalen BASF
Im Zuge der Präsentation der aktuellen Quartalszahlen betonte Finanzvorstand Michael Rauch in einem auf der Plattform LinkedIn veröffentlichten Video denn auch, dass Evonik Wachstum sehr gut allein realisieren könne. Evonik sei "ein starkes Unternehmen, ein weltweit führender Anbieter in der Spezialchemie". Dass man damit für andere Unternehmen interessant sei, sei gut nachvollziehbar. "Genauso klar möchte ich aber sagen: Evonik ist groß genug, Evonik ist stark und wir machen Evonik gerade noch stärker. Unser Portfolio wird nach den Maßnahmen, die wir derzeit umsetzen, noch mal viel attraktiver sein."
Derweil kommen die Essener mit dem geplanten Verkauf des Basischemiegeschäfts Oxeno voran, in dem der sogenannte C4-Verbund rund um petrochemische Zusätze für Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien gebündelt ist. "Die Bekanntgabe eines Käufers wird in den kommenden Monaten erwartet", hieß es nun. Zudem liefen die Vorbereitungen für den Verkauf von Syneqt, der Betreiberin der Chemieparks in Marl und Wesseling, an.
Sollte Evonik am Ende tatsächlich von BASF übernommen werden, könnte der Chemieparkbetreiber Syneqt mit seinen rund 3.500 Beschäftigten indes im Unternehmen bleiben. Denn BASF-Chef Markus Kamieth hatte im Oktober erklärt, dass er davon ausgehe, die Parks in Marl und Wesseling selbst auch weiter betreiben zu können./mis/mne/stk