ROUNDUP: Deutz will nach Umsatz- und Ergebniszuwachs noch mehr zulegen
KÖLN (dpa-AFX) - Der Motorenhersteller Deutz
Den Erlös will das Unternehmen weiter steigern und noch profitabler werden. "Ziel ist es, den Umsatz bis 2030 auf 4 Milliarden Euro zu verdoppeln und dabei die bereinigte Ebit-Rendite auf 10 Prozent zu steigern", sagte der Konzernlenker. Dazu soll das Energie-Geschäft und der Ausbau des Verteidigungsgeschäfts beitragen.
An der Börse gehörte die Deutz-Aktie im frühen Handel mit einem Minus von bis zu neun Prozent auf 8,165 Euro zu den größten Verlierern im MDax. Damit fiel das Papier auf das niedrigste Niveau seit Anfang Dezember vergangenen Jahres zurück. Zuletzt betrug der Abschlag 5,4 Prozent auf 8,53 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit nur noch ein sehr kleines Kursplus zu Buche.
Für 2026 peilt Deutz-Chef Schulte einen Umsatz von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro an. Das Unternehmen geht dabei davon aus, dass sich die bereits zu Jahresbeginn sichtbare Erholung des Marktes für Motoren fortsetzt. Dies gelte insbesondere für die Bereiche Baumaschinen und Landtechnik. Von den Erlösen sollen 6,5 bis 8,0 Prozent als bereinigter operativer Gewinn übrig bleiben, nachdem diese Marge 2025 auf 5,5 Prozent gestiegen war. Dazu beitragen soll auch ein Sparprogramm.
Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank nannte in einer ersten Reaktion den Zielkorridor für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in diesem Jahr "breit angelegt". Dies sei einer mangelnden Einschätzbarkeit in einem herausfordernden Umfeld geschuldet. Eine wichtige Voraussetzung für das Erreichen der Prognose in diesem Jahr wäre eine Erholung im Motorengeschäft für Land- und Baumaschinen. Diese sei bisher aber nur teilweise eingetreten.
2025 kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 12,7 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Köln mitteilte. Der Auftragseingang nahm um knapp 14 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro zu. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (Ebit) zog um fast die Hälfte auf gut 112 Millionen Euro an. Dabei half auch ein Sparprogramm.
Die Nordrhein-Westfalen hatten 2024 nach mauen Absatzzahlen und der schwachen Konjunktur ihr Sparpaket ausgerollt, zu dem auch Stellenstreichungen gehören. 2025 sanken die Kosten um mehr als 25 Millionen Euro. "Wir sind also auf einem sehr guten Weg, unsere Kostenbasis bis Jahresende wie geplant um deutlich über 50 Millionen Euro im Vergleich zu 2024 zu reduzieren", sagte Finanzchef Oliver Neu. Deutz beschäftigt rund 6.000 Mitarbeiter.
Zugleich kaufte Deutz abseits des bisherigen Kerngeschäfts zu. So baute der Konzern etwa im September sein Rüstungsgeschäft mit dem Kauf der Sobek Group aus, einem Anbieter von Antriebssystem für Drohnen.
Unter dem Strich blieb 2025 ein Gewinn von gut 54 Millionen Euro, ein Plus von 4,4 Prozent. Die Zahlen fielen etwa im Rahmen der Erwartungen aus. Die Aktionäre sollen für das Jahr 2025 eine Dividende von 18 Cent je Aktie erhalten und damit einen Cent mehr als im Vorjahr./mne/tav/stk