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23.10. 12:15

Aktien Frankfurt: Dax schwächelt weiter - Wochenbilanz negativ


FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem jüngsten Kursrutsch an der Nasdaq besteht bei deutschen Aktien weiter kein Kaufinteresse. Schwache Konjunktursignale aus Frankreich nach Protesten und Zinsschub verstärkten am Freitag eher noch die Sorgen der Anleger. Sie bleiben in Deckung ob der vielen Themen, die sie rund um Zinsen, Energiepreise und den KI-Megatrend verunsichern.

Der Dax knüpfte zur Mittagszeit mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auf 25.148 Punkte an seine Vortagsverluste an. Das Wochenminus weitete sich damit auf 1,8 Prozent aus. Der MDax verlor am Freitag 0,4 Prozent auf 29.964 Zähler. In den USA wird der Nasdaq 100 stabil erwartet und der Dow Jones Industrial im Minus.

Neuerdings hinterfragen Investoren wieder kritisch, ob sich die Milliardeninvestitionen in den KI-Boom rentieren. Gestiegene Zinsen spielen eine wichtige Rolle, während die Ölpreise zuletzt wieder für Inflationsdruck sorgten. Anders als von Experten gedacht, rutschten Einkaufsmanagerindizes in Frankreich unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten. Das Land ist derzeit in Unruhe wegen eskalierender Protestbewegungen.

Nach oben steht der Dax immer noch unweit des Rekords und nach unten gerät seit einigen Tagen die 25.000-Punkte-Marke nicht mehr in Gefahr. Die Chartexperten von HSBC sehen den Leitindex gefangen zwischen den besonders beliebten 50- und 200-Tage-Indikatorlinien. Sie sprechen von einem "Grad an Unentschlossenheit", sehen aber die Chance auf einen "Nährboden" für eine neue Trendbewegung, sofern die 200-Tage-Linie nachhaltig verteidigt wird.

Im europäischen Technologiesektor bleiben die Anleger nervös, nachdem der New Yorker Nasdaq 100 am Vorabend auf das tiefste Niveau seit Mitte September abgesackt war. Ein früher Erholungsversuch war nicht wirklich nachhaltig, denn die Aktien des Chipkonzerns Infineon kehrten zuletzt an ihrer Gewinnschwelle zurück.

Einige Dax-Werte standen aber mit US-Vorgaben unter Druck. Dazu gehörten die zwei Prozent schwächeren Adidas -Anteile, die laut Händlern unter einer verhaltenen Kauflaune der Kunden eines US-Unternehmens litten. Deckers Outdoor hatte seinen Ausblick gesenkt wegen schwächeren Verkäufen von Hoka Sneakern und Ugg Boots.

Noch massiver erwischte es aber MTU mit fünf und die Deutsche Telekom mit drei Prozent Minus. Der Triebwerksbauer war Schlusslicht im Kielwasser durchwachsener Resultate des Wettbewerbers Safran . Die Telekom gab ihre Vortagsgewinne wieder ab wegen neuer Sorgen vor US-Konkurrenz durch SpaceX .

Im Autosektor reagierten die Anleger nur Anfangs erschrocken darauf, dass der von China kontrollierte schwedische Autobauer Volvo Cars von einem desaströsen Quartal berichtete. Während dessen Kurs um mehr als 26 Prozent einbrach, holten Volkswagen , BMW und Mercedes-Benz ihre Verluste mehr oder weniger auf.

Positiver erging es wegen Branchenvorgaben dem Zementkonzern Heidelberg Materials und dem Konsumgüterhersteller Beiersdorf . Die Titel der beiden Dax-Werte stiegen jeweils nach überzeugenden Quartalsberichten der Konkurrenten Holcim und L'Oreal .

Bei Sartorius bekam die Vortagsrally nochmals etwas Schub von einer Hochstufung auf "Outperform" durch die kanadische Bank RBC. Mit einem Anstieg um 1,4 Prozent blieb der Kurs des Laborausrüsters aber unter dem höchsten Stand seit Januar 2025, der am Vortag nach vorgelegten Zahlen erreicht wurde.

Bei Atoss Software entschieden sich die Anleger für Gewinnmitnahmen, nach gutem Lauf seit Ende September sackte der Kurs um fast acht Prozent ab. Dem erhöhten Margenausblick stand gegenüber, dass der auf Personalmanagement spezialisierte Softwareanbieter den Gesamterlös nun eher am unteren Ende seiner Prognosespanne sieht./tih/jha/